Gleich einmal vorweg: Da und dort klagen wir, dass zu wenig gesungen wird und das wird schon richtig sein, denn die Anlässe sind uns nach und nach entschwunden und wir tun uns schwer, neue Gelegenheiten wahr zu nehmen, sie zwischen unserer Arbeitswelt und dem Privatleben zu installieren, um wieder einmal ein paar Stunden mit Gesang zu verbringen. Weiterlesen
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Lieber Herr Magister Martin Latzka!
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Brief an meinen unmittelbaren Vorgesetzten im politischen Büro nach meinem Rücktritt als Geschäftsführer des Steirischen Volksliedwerkes, 2007; Grundsätzlich sind alle hier veröffentlichten Inhalte urheberrechtlich geschützt und sämtliche Rechte vorbehalten.
Die Wiederkehr des Regionalen
Über die Größe der kleinen Werte…
Noch vor 10 Jahren mussten Volkskultur-Inhalte unbedingt einen internationalen Anstrich haben, um die Aufmerksamkeit der Medien und der Politik darauf zu lenken. Die Angst vor dem Provinziellen saß offensichtlich im Nacken, niemand wollte auf diesem Globus unbedeutend bleiben. Und: Innovationen waren verlangt, Töne mussten schräg sein und Weltmusik-tauglich, man wollte weltweit denken und eben nicht im Kreis gehen, wie dies beim Volkstanzen ja augenscheinlich passiert. Dieses Aufmotzen des Eigenen spielte sich nicht nur im Bereich der bei uns gelebten Traditionen ab, nein, auch die heimischen Produkte mussten dem Weltmarkt angepasst werden. Die beginnende Web-Vernetzung hätte letztlich dieser Verweltlichung zum Durchbruch verhelfen können, tat sie aber nicht.
Das ist eben erstaunlich
Binnen weniger Jahre wird das Regionale neu aus der Taufe gehoben und zwar mit den Attributen: Original, Echt und Bodenständig. Kein Ruf mehr nach Anpassung ist zu hören, sondern nach dem Unverwechselbaren. Mag sein, dass die weltweite Vernetzung erst recht dem Originalen eine neue Chance bietet und gerade deshalb international die Größe des Kleinen punktet. Es gibt aber auch andere Gründe: Das Schlagwort vom „Europa der Regionen“ ließ eine neue Wertigkeit zu. Der Käse aus Kleinhinterbach und die Lieder aus Nebenklingenberg haben nur eine Chance, wenn sie eben nicht allüberall zu haben sind und glaubhaft ein Ausdruck der Gestaltungskraft der Menschen dieser Region bleiben.
Unsere Zeitschrift möchte sich diesem Thema auf sehr verschiedener Weise annähern. Immer aber soll das Spannungsfeld zwischen den kleinen, regionalen Qualitäten und der Notwendigkeit weltweiter Verantwortung eine Rolle spielen. Die Größe der kleinen Werte sollten wir nicht als Gegenspieler des Globalen sehen, vielmehr als Teil am ganz großen Spielfeld, das ja die Welt erst lebenswert macht.
Für die Mitarbeiter und Autoren der Zeitschrift „der Vierzeiler“ wurde für jede Ausgabe ein Exposee erstellt, dem vorgelegten Thema einen Rahmen zu geben. Der Vierzeiler, Nr.1, Jahrgang 2007; Grundsätzlich sind alle hier veröffentlichten Inhalte urheberrechtlich geschützt und sämtliche Rechte vorbehalten.
In Gedenken an Heli Gebauer
Hatte man das Glück neben ihm zu sitzen, geriet man unweigerlich ins Epizentrum eines musikalischen Erdbebens. Das Ansingen eines Jodlers war jedes Mal ein Naturereignis: Die Sitzbank erbebte und Heli schleuderte die Töne von einer markanten Mimik und Gestik begleitet in den Raum.
Jäger- und Almliederbuch II
Jäger- und Almlieder, Zweiter Schuss
Schnell in die Hand genommen und angestimmt. Da tut sich eine überraschend bunte musikalische Erlebniswelt auf, denn Lieder sind Geschichten von gestern, die den Augenblick veredeln und uns als lebensfrohere Menschen zurücklassen. Die jagdliche und almerische Thematik ist zudem eine besonders ausdrucksstarke Poesie. Zusammen mit den schönen überlieferten Melodien ist dies ein Kulturgut, welches gut tut.
Singen macht Bilder lebendig
Liederbücher sind nichts anderes als eine Gebrauchsanleitung für gesellige Stunden. Stundenlang singen hebt uns in eine schon längst erlebte Welt, lässt Bilder wieder lebendig werden und verstärkt Sehnsüchte. Im Gebirge und auf der Alm erleben wir die Macht und die Unbilden der Natur ebenso wie die feinsinnigen Weisen und Texte aus dem Fundus der Volksüberlieferung.
Der Widerhall einer Lebensart
Die hier zusammengefügten Jäger- und Almlieder sind nichts anderes als der Widerhall einer besonderen Lebensart, die trotz fortschreitender Technisierung immer noch eine Brücke zur Legendenbildung der Jäger-Wildschützen- und Sennerinnen-Romantik zu schlagen versteht.
Buchrückentext Jäger- und Almlieder – Zweiter Schuss, 2/ 2007; Grundsätzlich sind alle hier veröffentlichten Inhalte urheberrechtlich geschützt und sämtliche Rechte vorbehalten.