Gaishorner Volkskulturtage

 

„Kultur ist selber singen“ sagte einst Günther Nenning und damit hat er ein deutliches Wort gesprochen, ohne „Volkskultur“ bemüht zu haben. Es ist aber durchaus legitim, wenn heute mit Volkskultur all das beschrieben wird, was uns eben näher steht, dem wir den Stellenwert selbst - nämlich durch unser Mitgestalten - einhauchen. Volkskultur also als einer Schiene, auf der jeder selbst fahren kann. Kulturprogramme haben dagegen Fahrplan-Charakter: Die Signale sind verwirrend, die Weichen werden für uns gestellt und selbst die Schranken fallen wann immer sie wollen. Da Kulturtransfer und hier Kultur als Lebenswert. Letztere ist keine plakative, dafür aber eine auf Nachhaltigkeit bedachte Kultur, eine ohne Bühnengehabe und Lautsprecherdurchsage.

 

Zu dieser schönen Seite der Kultur gehört in Gaishorn - ebenso aber in vielen Gemeinden der Steiermark - die Kultur des Zusammenlebens, des Verabschiedens, des gemeinsamen Feierns und Trauerns, die Kultur der Meinungsbildung und der Nachbarschaftshilfe und vieles mehr. Wer sich noch dazu um Traditionen kümmert, um die Gedankenspange von der Herkunft in die Zukunft, um die Lieder, Erzählungen und anderes mehr, der hat auch Gemeinwohl im Sinn. Hier, wo Heimat noch ein Ehrenwort ist, steht auch die Wiege der großen Gedanken um ein besseres Miteinander auf diesem Planeten.

 

Volkskultur: Es geht dabei längst nicht mehr um das Original und um das Alte. Mehr aber um das Erkennen des Bewährten, um das Mitgestalten. Ebenso geht es um das Bewusstsein, dass wir im Generationenverband Mitträger sind. Es ist auch Kultur mit zu entscheiden, wie Altes und Neues eine Verbindung eingehen kann.

 

„Kultur tragen“ ist demnach aber auch weniger spektakulär als sie nur zu präsentieren. Dann und wann aber brauchen wir Aufwärmtage um Brauchbares vom Verbrauchten unterscheiden zu lernen, um an den kleinen Künsten wieder einmal die Größe zu erkennen. Gaishorn bietet dazu die beste Gelegenheit....