Eine Runde für die Musikanten!

Und so wünschen wir unserer Frau Wirtin ...

    

 

„Und so wünschen wir, unserer Frau Wirtin, a recht a långs Leben“. Als die Wirtin auf die singenden Musikanten zueilt, in der Rechten die fünf schaumgekrönten Biergläser balancierend, ist das Bild perfekt: Die Abendsonne funkelt im perlenden Pils und das blank geputzte Blech der Tuba spiegelt golden zurück. Nein, der Augenblick ist nicht nur für das Auge gedacht. Hier treffen sich nämlich zwei Berufswelten, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit von gegenseitiger Zuneigung geprägt sind: Wirtsleute und Musikanten. Von jeher – so heißt es - stecken die Musikanten mit den Wirtsleuten unter einer Decke. Das stammt aus längst vergangener Zeit, als die Musikanten noch vom Wirt angehalten wurden, die allwöchentliche Tanzunterhaltung zu spielen. „Je flotter die Musi, desto durstiger die Kehlen“ – wäre allerdings allzu einfach und einseitig formuliert. Vieles deutet darauf hin, dass sich die beiden Berufsfelder zu beider Vorteil stets trefflich arrangiert haben.

 

Der Wirt und die Musikanten

Ein Wirt, der die Musikanten gut bei Laune hält, kann sich auch der Laune der Gäste sicher sein. Insofern ist es nicht übertrieben zu behaupten, dass sich die Bierspende und das Lächeln der Wirtin bis in die Zehenspitzen der Tanzenden fortsetzen. Musikanten wiederum wissen die Stimmung anzuheizen, oder etwa einen Walzer so auszudehnen, damit der turtelnde Herr seine Dame noch etwas länger in Händen halten kann. Sie spinnen nicht selten über Glück und Zufall die Fäden, pflegen penibel die zahlreichen Nebenschauplätze, die in Musik und Gastlichkeit getaucht, zur köstlichen Unterhaltung reifen. Besonders wichtig: Gute Musikanten wissen um die notwendigen Pausen und die rechte Lautstärke, weil sie Musikkultur und Gesprächskultur zu verbinden verstehen. Sie wissen eine Veranstaltung zu verlängern um dem Wirt in die Tasche zu spielen, sie wissen aber auch, wie man eine nicht enden wollende Veranstaltung zu Ende bringt. „Jetzt spiel ma den letztn Wålzer“ ruft der Ferdl in die Menge, „da Wirt möchte von seina Wirtin a no wås håbn.“

  

Dichtung und Wahrheit … 

Viel ist über die besondere Nahrhaftigkeit des Bieres, über die Brau- und Schankkultur geschrieben worden. Wenig dagegen, warum das Glas Bier zum beliebten Instrumentarium der Musikanten zählt. Doch Vorsicht: Längst hat sich eine große Gruppe von Musikern unseres Landes dem Ruf der Bierseeligkeit abgeschworen. Die Annahme, dass sie erst ein paar Halbe brauchen, um richtig spielen zu können, enthält viel Unwahrheit. Wahrheit ist aber dennoch: Alleine die Zuwendung durch die Frau Wirtin, die gut eingeschenkte Liebeserklärung kommt – noch bevor der erste Schluck getan – einem Motivationsschub gleich. Eine schnelle Verbindung zwischen Alkoholmenge und Stimmungsmusik herzustellen, wäre also zu billig. Das Thema aber unter den Biertisch fallen zu lassen wäre ebenso unrichtig. Wer vom Trinken spricht, kennt auch den schmalen Pfad zwischen unerwünschter und erwünschter Wirkung. Ebenso: Wer von Musik spricht, hat Genuss und Verdruss gleichermaßen im Hinterkopf. Bier und Musik kann daher nur mit unserer Hilfe zum Hochgenuss gelangen. Das ist doch eine schöne Herausforderung!

 

 

<<zurück