Stücklweis und oansnochananda

 

Seine Tochter Anni hat ihn überredet, denn seine Harmonikastückln sollen der Nachwelt erhalten bleiben. Das war eine gute Idee und so entstand eine außergewöhnliche CD. StücklWeis und Oansnochanander - und doch nicht eintönig, ja ganz im Gegenteil: Franz Strohmeier (Jahrg. 1927) legt ein Musterstück an Musikalität und steirischer Musikkultur vor. Seine Stückln fließen aus dem Instrument wie Äste aus einem Baumstamm gegen den Himmel wachsen, nämlich ohne üppige Dekoration und Behübschung. Seine Musik hat sie nicht notwendig, weil sie dem Signal der Poesie folgt, die jeder Melodie innewohnt. Selbst das Zurechtspielen und die Eigeninterpretation der Marschkompositionen und der Wiener Musik sind schlüssig, stimmig und prägnant.

 

Dieser Musikant hat Ehrfurcht vor dem Lebensrecht einer einst erdachten Melodie. Er gibt ihr den Puls seines Herzens und seiner Hände samt der ganzen Lebenslust eines altgedienten Musikanten. Dieses Beispiel eines Harmonikaspielers, der Zeit seines Lebens den Nährboden für Geselligkeit und Fröhlichkeit bereitete, sei vielen jungen Musikanten empfohlen. Die heute viel gepriesene Dynamik, Virtuosität und Technik führt zumal zu einer üppigen Überverzierung und steht daher im kühlen Schatten, wenn Herr Strohmeier nach der Harmonika greift.