Bei uns ist er öfter einmal im Heu gelegen und hat in der Früh auch ein Glas Milch bekommen. Bei uns hieß er Stöckl, wo anders wieder Steger. Bei uns erzählt man sich so manche Gschichtln über ihn, wo anders ebenso. Der Stöckl bleibt ein Rätsel, taucht da und dort auf und oftmals entzieht er sich über ein Jahr unserem Blickfeld. Während er seiner Rolle keine Wichtigkeit beimisst, ist er für uns der letzte Landstreicher. Während wir so über ihn nachdenken, bringt er schon wieder einige Fußkilometer hinter sich, dabei trägt er sein ganzes Hab und Gut am Rücken und in Händen.

 

Der Stöckl

 

 

Gerade erst hab` ich ihn im Ennstal getroffen und mir ein Foto erbeten. Ein großer stattlicher Mann mit nackter Brust stellt sich vor die Kamera. Klick! Ein freundlicher Gruß und – wer weiß wo er jetzt umgeht?

 

Früher hat man auf den Dorfstraßen noch öfter Landstreicher angetroffen, heute ist dieses Bild eine Seltenheit geworden. Wie der Stöckl zu seinem außergewöhnlichen Lebensentwurf kommt, bleibt hier unbeantwortet. Ja, die Suche nach dem Glück kann auch ganz unscheinbar und bescheiden verlaufen. Schon deshalb war es an der Zeit, dem Stöckl ein paar Gedanken zu widmen.