Der eigentliche Hintergrund, nämlich das Sammeln von Kerzenspenden für die Pfarrkirche ist schon längst vergessen. Da und dort wird es aber noch einen Lichtmess-Gottesdienst geben. Geblieben ist aber die Lust, mit Instrumenten und Gesang die Nachbarn aufzusuchen. Ja, der 2. Februar – „Maria Lichtmess“ - wird in ländlichen Gegenden auch heute noch als Bauernfeiertag von Arbeit freigehalten und hochgehalten, wenngleich die Geschäftigkeit in den Einkaufsstraßen und vor der Schule einen Feiertag kaum erahnen lässt.

 

Maria Lichtmess

 

 

Wo aber die Lichtmessgeiger ihrem alten Auftrag nachgehen, kommt die ganze Bandbreite - von fröhlicher Musikantengaudi bis zur tiefen Besinnung - in die Stube, wenn sie ihre weltlichen und geistlichen Texte vortragen, zusammen mit den Wünschen für ein gutes neues Jahr:

 

Hiatz kimmt scho båld da Liachtmeßtåg,

unser Frau ihr Nåmenståg,

wir loben Gott und unsre liabe Frau....

 

Wås håt des Kind für Godlleut,

die heiligste Dreifåltigkeit...

 

Maria geht zum Hochåltår,

die Kerzen brennen hell und klår...

 

Wir wünschen Euch viel Glück und Segn

und a recht a långes Leben....

 

Sobald sie die Stimmen erheben, merkt es jede Seele im Raum, dass es sich hier um wahrhaftige Worte und Wünsche handelt und zugleich um eine der schönsten Gesten, nämlich die persönliche Überbringung guter Wünsche. Ist ja auch schon selten geworden, der Tritt ins Nachbarhaus, um ein neues Jahr mit einem Plausch zu beginnen.

 

Wer es noch nicht versucht hat, soll es einfach probieren - im Steirischen Volksliedarchiv kann man die Texte und Melodien ausheben. Maria Lichtmess bekommt damit den besonderen Glanz, und ein ebensolcher wird in den Augen der betagten Nachbarin sichtbar, die noch während des Gesanges überlegt, ob sie die Bratwürste oder eine Speckjause auftischen wird.