Zitate zum Begriff „Volksmusik“

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Für den Augenblicksverzehrer

Beim Volkslied sind Melodie und Text stets eine verwobene Einheit. Es handelt sich um eine Poesie die dem emotionalen Augenblicksverzehrer zugeschrieben ist – nicht sosehr dem stummen Analytiker. Hermann Härtel

 

Die Sinnlichkeit der musikalischen Sprache

Was ist uns denn zum Thema „Verlebendigung der Volksmusik“ eingefallen? Nicht viel! Im Gegenteil, wir haben mit Wettbewerben Reglements geschaffen, die nur dem Spiel nützen, ein anderes „Mensch ärgere Dich nicht“ darstellen, aber der ursprünglichen Sinnlichkeit der musikalischen Sprache abträglich sind. Hermann Härtel

 

Sie ist wie eine Knetmasse

Volksmusik - und Traditionen überhaupt – haben vordergründig weder künstlerischen noch Originalitätsprinzipien zu folgen. Volksmusik ist wie eine Knetmasse. Die Zutaten sind Traditionsbewusstsein, Beharrlichkeit, Notwendigkeit und zuweilen auch Innovation und Imagination. Volksmusik braucht Bedingungen wie Begegnung, Brauch, Lebensumfeld - Kommen und Gehen. Hermann Härtel

 

Die Nähe zur Volkstümlichkeit

Interessant ist auch, dass dieser starke Kern, die lebendige Nutzung geläufiger Klangmuster, eine Nähe zur volkstümlichen Musik zeigt. Diese Nähe zeugt aber von einer besonderen Freiheit und Entfaltungskraft einer Musikausübung, die unter dem Titel Volksmusik allzu oft viel engstirniger gesehen als gelebt wird. Hermann Härtel

 

Das Markenzeichen: Von Gestern

Volksmusik hat aber nicht unbedingt dem Aktualitätsprinzip zu gehorchen, sondern folgt dem lebendigen Gedächtnis, den Gewohnheiten und Notwendigkeiten des Lebens, sie ist das klingende Ergebnis aus einer Fülle von Erinnerungen. Von Gestern gehört also zum Markenzeichen. Dabei kann es nicht nur um Tonart, Spieltechnik und Artikulation gehen. Die Kriterien für Volksmusik liegen vielmehr außerhalb des Musikalischen, weshalb ja das Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation immer wieder für Überraschungen sorgt. Um diese Lebendigkeit könnte man die Volksmusik eigentlich beneiden. Und man müsste sie gleichzeitig beschützen: Vor Gleichmacherei und den Versuchen, sie den Gesetzen anderer Musikgattungen anzupassen. Verschulung ist ihr ebenso abträglich wie musikästhetische Ansätze und Wettbewerbsdenken. Hermann Härtel

 

Musikalität als Lebensmittel

Messbar ist unsere Volksmusik aber nicht an ihrer öffentlichen Präsenz, an den Einschaltziffern, Verkaufsergebnissen und an Gruppenauftritten. Gradmesser ist einzig und allein, wie sehr vielen Menschen der Umgang mit ihren ererbten und erdachten Melodien gelingt, wie sehr sie ihre Musikalität zum Lebensmittel machen. Hermann Härtel

 

Den Forschungsgegenstand lieben

Freilich trägt dieser Zusammenschluss von Forschung und Pflege so manche Kritik ein, denn es bedarf eines wertfreien Umganges mit den Materialien, um die Wissenschaftlichkeit zu wahren. Volksmusik und Volkspoesie sind aber derart lustvolle Arbeitsfelder, denen man sich auch emotional nähert, den Forschungsgegenstand geradezu liebt, in Begeisterung für so viele und so vielfältige Klangfarben schwelgt. Wer mag es da verübeln, wenn der Volksliedsammler über seine amtliche Rolle als Archivar hinauswächst, selbst zum Träger von Musikkultur wird? Hermann Härtel

 

Sie muss mit dem Leben zu tun haben

Die Volksliedforscher beschäftigen sich heute vor allem mit den Lebensgesetzen von Volksmusik und sind daher auch Spezialisten in Fragen der Veranstaltungskultur. Volksmusik muss vor allem mit dem Leben zu tun haben, mit lebenswerten Umständen. Einer Volksmusik um deren Rettung willen, droht das Ablaufdatum. Hermann Härtel

 

 

Wird fortgesetzt!