Max Rosenzopfs Volksmusikausgaben

 

 

Die momentane Blütezeit der steirischen Harmonika ist mit diesem Namen verbunden: Max Rosenzopf, Jahrgang 1937, gebürtiger Geistthaler. Wer diesen weststeirischen Ort kennt, der weiß somit, dass Max Rosenzopf aus einer sehr reizvollen Gegend stammt, einer Landschaft mit beachtlicher musikalischer Tradition.

 

In Geistthal befindet sich übrigens auch eine der schönsten Darstellungen der Heiligen Kümmernis, der Beschützerin der Geiger und Musikanten. Max Rosenzopf lernte schon in seiner Hauptschulzeit die Steirische Harmonika, Akkordeon, Knopfgriffakkordeon und die diatonische Handharmonika. Damals hat er sich schon für das diatonische Hackbrett interessiert, war bereits mit 17 Jahren als Volksmusiklehrer in Ligist tätig. Er unterrichtete, lebte eine zeitlang in Bärnbach und ließ sich zuletzt in Köflach nieder, wo er in der Musikschule Volksmusikinstrumente unterrichtete. Durch sein Fagottstudium an der Landesmusikschule, später an der Musikhochschule in Graz, wurde er aktives Mitglied bei verschiedenen Blasorchestern im Voitsberger Bezirk und im Steirischen Kammerorchester.

 

Max Rosenzopf war fasziniert von den beiden Instrumenten Harmonika und Hackbrett, aber auch von der kraftvollen Überlieferung in seiner Heimat. Es lag wohl nahe, dass er mit Fleiß und Ausdauer allen Hinweisen, allen klingenden Gerüchten nach Feldforschermanier nachging. Seine Sammlung ist ein unschätzbares Zeugnis der bis heute funktionierenden Überlieferung. Vieles hat er herüber gerettet, in seinen bewährten Musikgruppen erklingen lassen, als Botschafter Österreichs bei vielen Auslandsfahrten präsentiert, auf Schallplatten und bei Rundfunkaufnahmen dokumentiert. Max Rosenzopf hat seine steirische Harmonika in vielen Lehrgängen landauf und landab den Leuten als ihr Volksmusikinstrument wieder zurück gebracht.

 

Seine Sammlung - die vom Steirischen Volksliedwerk als äußerst wertvoll eingeschätzt wird - und sein Wissen hat er aber nicht für sich behalten. Rosenzopf gründete nach Erscheinen seiner "Spielanleitung für die Steirische Harmonika" im Jahre 1976, einen Eigenverlag und setzte damit eine volksbildnerische Tat. Seine bisher erschienen Hefte zeugen von einer großartigen Schaffenskraft, seine eingeflochtenen Erzählungen über die Musikanten seiner Heimat sind gleichsam respektvolle Haltung des Herausgebers gegenüber den Gewährsleuten. Mit besonderer Genugtuung und Freude gibt das Steirische Volksliedwerk einer so beachtlichen Reihe Platz in dieser Vierzeiler-Ausgabe, die steirische Volksmusikpublikationen zum Thema hat.