Vom Leben gegerbte Narren...

Anmerkung zur Musikgruppe A Niada a Noar

 

Der Name der Musikgruppe mag etwas eigensinnig anmuten, denn es kommt ja eher selten vor, dass sich jemand selbst für einen Narr hält. Noch seltener aber, dass sich jemand so bezeichnet, sein Narrendasein plakativ „headlint“. Vielleicht liegt aber gerade im „ein jeder“ (a niada) das Geheimnis der Harmonie zwischen den vier Narrenmännern: Jeder ist also gleichermaßen und ausgewogen ein Narr und kann über sich und die anderen ausgewogen lachen. Das macht sie interessant und auch weise, denn in der Musikwelt gibt ’s genug Glaubenskämpfe und Verhärtungen.

Inzwischen sind sie schon etwas überwutzelt (Steirisch: vom Leben gegerbt), die vier Musikanten - nicht aber ihre Ausstrahlung auf das Publikum, nicht ihre Lieder und ihre Musik. Wenn sie so leidenschaftlich angegangen wird, die Musik, ist sie allzeit von Alzheimer befreit, das macht sie – die Musik und die Begegnung mit den Noarn zur Gegenwartslustbarkeit und ihre CD erst recht hörenswert.

Die Steiermark hat - was die Freiheit von Musiktradition betrifft - mit A niada a Noar ein besonderes Aushängeschild. Das versteht man erst, wenn es einem bei der Beurteilung von Musik nicht mehr um die originale, besondere, schöne Musik sondern ausschließlich um originale, besondere, schöne Menschen geht, um ihren Ideenreichtum, ihre Wertschätzung gegenüber den überlieferten Melodien und Texten, um ihre Hinwendung zum Publikum.

Durch die vier Musikantenköpfe wurde ein vier- und vielfaches Leben mit Musik zum impulsiven Gemisch, noch dazu zum unverkennbaren Sound. Mit den hier eingespielten Stücken legen sie auch ein besonders lebendiges Produkt vor, mitsamt den Schleifgeräuschen vom Tanzboden, dem Gläserklang an der Schank und dem Gehüstel der erkälteten Kellnerin. Die Gruppe A niada a Noar ist damit steirischer als so manches Heimatmusik zitierende Ensemble im Trachtenoutfit. Na bravo!