Wie Tradition zu neuem Glanz kommen kann...

 


Es hat zwar über zwanzig Jahre gebraucht, aber schließlich wurde aus einem Konvolut von Mappen, Büchern und Schriften ein geordnetes Archiv. Mehr noch: Es wurde ein lebensfähiges, eines, das durch Gegenwartsforschung und Servicedienst am Puls der Zeit geblieben ist. Das Wort Archiv bedeutet in der Sprache des Militärs meist „sicherstellen“, ja sogar „unter Verschluss halten“, also verheimlichen. Nun, in diesem Falle bedeutet Archiv das Gegenteil, nämlich veröffentlichen, zugänglich machen. Das Steirische Volksliedarchiv ist also durch eine beständige und emsige Arbeit zu einem fixen Kulturbestandteil der Steiermark geworden. Mehr noch: Es wurde zum Vorbild für viele ähnliche Institute im In- und Ausland.

Wer aber Volkslied hört, hört auch Unkenrufe und deshalb ist es umso wichtiger, einmal zu erfahren, welcher Geist im Steirischen Volksliedarchiv herrscht, welche Materialien bisher gesammelt und welche Maßnahmen zur Pflege der Volksmusik gesetzt wurden. Da das Steirische Volksliedwerk heute eine beachtliche Position im steirischen Kulturleben einnimmt, ist anzunehmen, dass es sich um eine gut durchdachte und fachlich fundierte Arbeit handelt, der ein handfestes Konzept zu Grunde liegt.

Schließlich aber geht es nicht nur um die Struktur diese Institution, um die tausendfachen Belege zur Volksmusik, um die Forschungsunternehmungen und Publikationsreihen. Es bewegt einen schlicht und einfach die Frage: Wie schaffen es die „Volkslied-werker“, das scheinbar ernste Thema Volksliedpflege in Schwung zu bringen und noch dazu unter junge Leute? Warum ist es gelungen, das Volksliedarchiv aus dem Dornröschenschlaf zu wecken? Wie kann die Volksmusik im Trubel des Kommerz ein so standhaftes  Leben führen? Ein Abend mit vielen Informationen zu einem für viele Menschen wichtigen Thema. Vielleicht wird nachher noch gesungen?