Nach wie vor ist die Mundart die Sprache des kleinen Mannes (der kleinen Frau), alsdann müsste die Hochsprache jene des großen Mannes (der großen Frau) sein. Diese Zuordnung ist natürlich Käse, denn es gibt genug Kauderwelsch in Hochdeutsch und ebenso viel Erbauliches im Dialekt. Niemand wird mir da widersprechen, gleichzeitig aber werden wir uns eingestehen, dass der Mundart etwas Ungehobeltes - pardon Unbehandeltes – anhaftet.

 

Es ist schade, dass unsere Mundart hierzulande nicht als Erstsprache geadelt und hochgehalten wird. Längst wissen wir ja, wie sehr sie mit prägnanter Kürze und nuancenreicher Präzision der Schriftsprache überlegen ist.

 

Olympia & Mundart

 

 

Verschämt wenig vom landeseigenen Dialekt ist aber in unseren Medien zu hören. Jüngst aber, in der Olympia-Berichterstattung erklomm die Mundart ihr verdientes Podium. Erfrischend „unbehandelt“ waren die Stimmen der Athletinnen und Athleten zu erleben. Das ist sympathisch: Zu den Besten zu zählen und noch dazu die Visitenkarte des Heimatortes über die Lippen zu bringen. Wer hätte das gedacht: Die Sportberichterstattung macht die beste Mundartsendung und katapultiert die stets verschmähte Mundart aufs Stockerl.