Wenn wir mit Lebensqualität nur das meinen, was uns im Augenblick am angenehmsten ist – heute Lustbarkeit die ganze Nacht, morgen himmlische Nachtruhe ab 20.00 Uhr – dann brauchen wir das Thema gar nicht zu besprechen.  Denn: Jedem Menschen Recht getan, ist eine Kunst die niemand kann. Aus diesem Grunde bin ich ein Verfechter der Pflege von Reibeflächen.

 

Schanigarten ade!

 

 

Neuerdings prallen wieder verschiedene Interessen aufeinander: Einerseits wünschen wir uns eine pulsierende Grazerstadt mit einem unvergleichlichen Flair samt Nachtleben, andererseits muss man auch daneben leben und bei offenem Fenster schlafen können. Wie bei allen Interessenskonflikten wäre es halt schöner, wenn sich die beiden Bedürfnisse – nach lebensfrohem Nachtschwärmen, Gelächter und Gläserklang  und jenem nach ungetrübter Nachtruhe auf einander abstimmen würden. Jeweils, von Fall zu Fall im vernünftigen Disput oder auch heftigem Streitgespräch. Lärmpegel-Selbstkontrolle könnte die sympathische Variante sein, denn gesetzliche Regelungen waren da noch nie hilfreich.

 

Was, wenn sich später die Leute nur mehr die Geschichte von den lauen Abenden in den Grazer Gastgarten erzählen können und der Anrainerschlaf von den Träumen von einer toten Stadt durchkreuzt wird? Eine Horrorvorstellung wäre das und Grund genug, ans Auswandern zu denken.