Der Weg war nicht nur weit, sondern auch von umgestürzten Bäumen verlegt und vom Dauerregen aufgeweicht. So eine Wallfahrt ist eben kein Ausflug, der sich am Wetterpanorama orientiert. Der Pilger negiert die Unbilden, wiegt sich Schritt für Schritt in Trance. Während das Gehzeug uns trägt und trägt, wird der Kopf frei für die abgegriffenen Erinnerungen und die funkelnagelneuen Sehnsüchte - auch für die nahe liegendsten, für die nach Kost und Quartier...

 

Kimmts eina..!

 

 

Der Wallfahrer hat also Zeit für die Kopfarbeit und erfährt dabei auch, wie unterschiedlich die Wirtsleute der ehrenvollen Aufgabe des Beherbergens nachkommen. Er duldet unwirsche Wirte und schmuddelig gekleidete Kellnerinnen, ebenso Zimmer mit Rinnsal-Duschen. Es ist ja doch ein Bußgang! Dann aber der Lichtblick: Die Sennerin am Herrenboden erscheint den durch Wind und Wetter ziehenden Pilgern als Schutzengel. Man sollte sie zur Göttin der Gastgeber ausrufen!

 

„Kimmts eina!“ hat sie in der Tür stehend  den pudelnassen Wanderern zugerufen. In 1.402 m Seehöhe ist die Frieda – mit ihrer blütenweißen Küchenschürze und den blitzenden Augen eines lebensfrohen Menschen, eine beinahe göttliche Erscheinung. Wer hätte das gedacht: Ein Fünfsternelokal am Herrenboden auf dem Weg nach Mariazell.....