Die Männer sind gut behütet und tragen feste Janker gegen den Bergwind, denn da oben pfeift er, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Das lange, mit Glühbirnen bestückte Holzkreuz liegt schon am Boden und es werden letzte Kontrollen vorgenommen. Beim Lochgraben entfacht sich dann ein Disput zwischen jenen, die graben und jenen, die stänkern.

 

Schön langsam versammeln sich die Nachbarn zu einer brauchbaren Mannschaft. Und dann packen alle an, um das Kreuz von der Waagrechten in die Senkrechte zu bringen. Die Kommandos vom Heinerl kommen präzise, am Schluss wird mit dem Lot justiert und mit vier Stahlseilen verankert.

Noch ist es taghell, aber am späten Abend wird das Kreuz weit hinaus ins Tal von der Auferstehung künden.

 

Das Osterkreuz leuchtet

 

 

Viele Jahrzehnte bereits vollzieht sich hier ein und dasselbe Ritual. Die Nachbarn und Freunde nützen die Gelegenheit für eine kleine Osterwanderung und helfen gerne mit, dieses  weithin sichtbare Zeichen zu setzen.

 

Später aber, ladet der Leichbauer zu Jause und Most. Da drängen sich die Helfer um den Küchentisch, um noch ein paar Stunden zu verweilen – und es werden noch einige lustige Lieder geträllert.