Die lauen Nächte verführen in die Gastgärten. Damit aber häuft sich auch der Kampf um die geliebte Nachtruhe. Ist man Anrainer, ist `s nicht ganz angenehm. Aber als Gastgartengenießer, wenn man so herzhaft lachen und singen kann? Mir liegt die Problemlösung gänzlich fern. Wie so oft im Leben aber, hat auch diese Plage eine sanfte Variante:

 

Nachtmelodien - Lärm oder Musik?

 

 

Da erinnere ich mich an so manchen Abend, als vom nahen Lindenwirt die Gesänge des Sukiš Fritz bis in unser Schlafzimmer fanden. Sein Fuhrmannslied  „I schrei hü..“ hat er so überzeugend zum Besten gegeben, dass ich ohne Mühe die zweite Stimme in den Kopfpolster summen konnte.

 

Auch habe ich das akustische Geplätscher aus den Innenhoffenstern im südlichen Urlaubshotel durchaus reizvoll gefunden: Eine Mischung aus verschiedenen Fernsehsendungen, den Zurufen und dem Gläserklirren der Nachbarn. Einfach Urlaub....

 

Unlängst meint meine Tochter, sie habe noch immer das Geräusch des Sensenwetzens im Ohr, von damals, als sie mit ihren Geschwistern schon ins Bett musste, während ich den kühlen Abend nutzend, die Hauswiese mähte. Dieses klopfende Geräusch soll Lärm sein? Nein, meine heute erwachsene Tochter meint, das sei ihr ein Stück Kindheit und noch heute ist `s Musik in ihren Ohren.