Ob nun der Anlass klein oder groß ist: Man leidet, kapselt sich ab, bangt und ist nur mit sich selber beschäftigt. Die ersten Tage im Krankenhaus lebt man für sich, grüßt seine Bettnachbarn höflich.

 

Ab dem dritten Tag aber verbindet das Wehtun. Man tauscht die Krankheitsgeschichte aus, hilft sich gegenseitig über den Gang, schenkt das Apfelkompott weiter. Am vierten Tag haben alle sechs Patienten den Eingriff überstanden, die Schicksalsgemeinschaft rudert dem Genesungsufer zu. Das ist die Zeit in der die Lebensgeschichten von Bett zu Bett erzählt werden. Mitunter tut sich da ein dichtes Knüpfwerk von Beziehungen auf. Ach so, aus Semriach – gibt’s den Sagler Fritz no?

 

Das Kathedersextett

 

 

Ab Wochenmitte hatte auch ich mich als Mitarbeiter des Volksliedarchives ausgegeben und Liederbücher ausgeteilt. Sechs Männer liegend „Wenn alle Brünnlein fließen..“ trällernd, war im Landeskrankenhaus bislang unüblich. Von einem Auftrag der KAGES, das Volksliedwerk möge als Verleger ein neues Liederbuch mit dem Titel „Gesundsingen“  herausgeben, ist noch nichts bekannt.