Es ist hundsgemein, wenn man die Lieder weder im Kopf noch im Rucksack hat. Das darf einem Jäger nicht passieren, denn kein anderer Berufsstand kann auf so viele Lieder verweisen, wie der Stand der Jäger. Wer singt also an?

  

Wie das Leben so spielt......

 

 

So richtig unterhaltsam wurde es, als die beiden Jäger über die Schwelle traten. Sie bestellten sich eine Jause und wandten sich im Gespräch einmal dem Wirt hinter der Theke und einmal dem Stammtisch zu. Ja, die Unterhaltung, die bislang von Vorkommnissen in aller Welt handelte, nahm eine neue Wendung: Die beiden lenkten die Aufmerksamkeit auf das Unmittelbare, auf Nachbarschaft und vertraute Landschaften, zuguterletzt auch auf ihre waidmännische Aufgabe. Die Rede war von den verzweigten Wegen im Revier, den Brücken und Zäunen. Da weiß ein jeder noch ein kleines Detail über Besitzverhältnisse, den jüngsten Erdrutsch und Nachbarn, die im Streit leben.

 

Später wurde am Stammtisch zusammengerückt und der eine von den beiden, - der Ludwig - hebt vom „Gamserlschiaßn“ an zu singen. Ja, Ansingen kann er gut, die Texte weiß aber der Schießtl Franz viel besser. So wurden das Lied vom „Hirscherljagn“ und „Von der hohen Alm“ gesungen. Und da war niemand, der nicht auch mitgesungen - oder mitgeklungen hätte. Selbst die junge Kellnerin hat sich dazugesetzt, während die Seniorchefin vom Nebentisch her sofort die Überstimme gefunden hat.

 

Solche Alm- und Jägerlieder hat das Steirische Volksliedwerk gesammelt herausgegeben, handlich für die Rocktasche, denn dann und wann sind unsere Lieder köstliche Würze zu vorgerückter Stunde. Als der Ludwig den Heimweg antreten will, wird er noch einmal aufgefordert anzusingen. Es ist der sanfte Versuch der lustigen Runde, die Vergänglichkeit dieser Stunde noch etwas hinauszuschieben.