Nachdem ich meinen Citroen in der mit „P“ gekennzeichneten Wiese geparkt hatte, lenkte ich meine Schritte dem Waldsaum zu, machte aber auf halber Strecke kehrt, um meinen Geigenkasten vom Rücksitz zu nehmen. Derart sichtbar als Musiker ausgerüstet, erreichte ich den angepeilten Platz, fernab vom Festgeschehen mit Blick auf das Grazer Häusermeer. Hier verfiel ich in Gedanken an die leidigen Ab- und Aufstriche meiner Kinderzeit, an die schlürfenden Schritte meines Violinlehrers, dessen Namen mir entfallen ist. Eingeprägt hat sich hingegen der Autor meines gehassten Etüdenheftes: Ĉevĉik. Das Geigenspiel - mit viel Liebe begonnen, endete mit verblassten Erinnerungen und verstaubtem Instrument. Der Kasten aber ließ sich öffnen, die kleinen Hebelverschlüsse schob ich aus den Messingösen. Der Inhalt bot - nach jahrzehntelangem Schlummern, einen eher traurigen Anblick.

 

Auf zum Geigentag

 

 

Just in dem Moment aber klangen vom Tanzboden die ersten temperamentvollen Töne zu mir herauf und versetzten mich in Sehnsucht und Wehmut, ob der verlorenen Spannung der Saiten und der Bogenhaare. Als ich meinen Aussichtspunkt - den scheppernden Koffer unterm Arm - verließ, hat sich etwas in mir aufgebaut: Von der Wiedergutmachung an meinem lange weggelegten Instrument, bis zum festen Entschluss, beim nächsten Geigentag den zweiten Frühling meiner Geigerlaufbahn einzuleiten.....