Der Ramsauer Jodler, die Veitscher Mazur – viele Lieder und Musikstücke tragen Ortsnamen und verweisen so auf die Herkunft. Auf den Wanderungen durch die Steiermark befinden wir uns also immer wieder einmal auf den Spuren von Liedern aus dem Volksliedarchiv. Beim Aufstieg durch die Bärenschützklamm ins Teichalmgebiet geht es einem nicht anders. Der Hochlantsch-Gipfel verwöhnt unseren Blick, die Wallfahrtskirche Schüsserlbrunn stellt mit dem Einkehrgasthaus „Zum Steirer Jockl“ die Verbindung zum Volksliedforscher Viktor Zack her.

 

Zack war auf zack

 

 

Just hier hat der Liedersammler einst – und das war schon 1907 – den Bärenschützer-Jodler mit schwarzer Tinte auf Notenpapier aufgezeichnet. Vorgesungen hat ihn Franziska Reinweber, genannt die Wolkenbruchmutter und ihre Tochter Johanna Trojer. Zack war auf zack, denn er hat uns nicht nur den Jodler, sondern auch diese köstliche Anmerkung hinterlassen:

 

Anm: Die Tochter singt selten einen Jodler das zweite mal ebenso wie das erste Mal; ja es kommt vor, dass sie einen Jodler, den sie öfter als 2 mal wiederholt, jedes Mal anders singt, wie sie es mir bei dem höchst verwickelten Sperbichler Jodler machte. Als ich ihr dass vorhielt, leugnete sie es mit einem spitzbübischen Lächeln, das wohl heißen mochte: „Gelt, so leicht mach ich dir die Sache doch nicht!“

 

So manche Niederschrift ist oftmals nur eine von vielen Varianten. Der Reichtum an musikalischem Vermögen befindet sich also nicht immer in Büchern, sondern im Kopf der sogenannten einfachen Leute vom Land.