Das reizvolle Banater Bergland in Rumänien gehörte lange Zeit den Ungarn, ebenso den Türken, bis es 1716 von den Habsburgern erobert wurde. Im 18. Jahrhundert wurden im Bergland deutsche Siedler angeworben – auch aus Tirol, aus dem Salzkammergut und dem Ennstal. Vornehmlich waren es Holzfäller, Köhler und Bergknappen, die ein blühendes Land schufen, ebenso eine herausragende Eisenindustrie. 1945 folgte die Deportation zur Zwangsarbeit nach Russland  und zuletzt setzte 1989 - nach der politischen Wende in Rumänien - eine Welle der Aussiedelung - vornehmlich in die Bundesrepublik - ein. Von den einst 50.000 Banater Berglanddeutschen leben heute noch etwa 6.000 in mehreren Dörfern um die Stadt Temesvar.

 

Steierdorf im Banat

 

 

Kürzer lassen sich dreihundert Jahre leidvolles Schicksal nicht schildern, aber mit dem Auto sind es nur etwa 700 Kilometer bis dorthin, um die Almlandschaft um Wolfsberg zu erwandern, dem Herrn Spanily in Ferdinandsberg die Hand zu drücken und in Steierdorf eine Robert-Stolz-Ausstellung zu bewundern. Wer den Weg nach Franzdorf sucht, erhält die Antwort in steirischer Mundart und im Theater in Orawitz singt der Chor die steirische Landeshymne, während drei betagte Musikanten steirische Tänze auf „Streich“ spielen.

 

„Identität“ mag bei uns ein allzu oft bemühtes  Schlagwort sein. Während der Banater Jugend der Spaß an den Volkstänzen ihrer Urahnen in den Augen glänzt, beginne ich es erneut zu verwenden.