Heute einmal mit Schürze, Arbeitshandschuhen und Stiefel. Als wir im Morgengrauen die Obstsäcke auf den Anhänger luden, war es bitterkalt. Schon eine Woche zuvor arbeiteten wir im Obstgarten, denn die Äpfel und Birnen sollten noch ein paar Tage abliegen. Nun stampft unser Traktor mit seiner Last zur Obstpresse und wir haben es uns zwischen den Säcken gemütlich gemacht. Das Presshaus ist schon von Kundschaften umlagert, überall Körbe und Säcke, daneben die sauber gewaschenen Fässer und Bottiche.

 

Die Mostpresse

 

 

In der Presse kann man sich kaum verständigen, denn eine Maschine zermalmt das Obst, eine andere treibt die Presse an, eine dritte pumpt den frischen Most in die Behälter. Herr Harrer bedient die Presse: Malgut aufschütten und einpacken, Trestern auspacken. So geht es den ganzen Tag, wobei er – trotz des Lärms –mit jeder Kundschaft auch ein paar Worte wechselt. Die Bauern haben ein Schnapserl oder eine Zigarette in der Hand und wechseln nun hinüber an den Zaun, denn dorthin wirft jetzt der Tag die ersten Sonnenstrahlen hin.

 

Das Mostpressen war mir – als einer der nicht dem Bauernstand angehört - stets ein besonderes Vergnügen. Die Morgenstimmung, der Lärm der Maschinen und die Gespräche bei der Presse, das hat Kultur. Ebenso der erste Schluck vom neuen Most. Prost!