Es sind gerade einmal 5% des Landeskulturbudgets, die alljährlich in den Volks-Kulturbereich fließen. Nach der Leistungsschau – und eine solche war „Aufsteirern“, ist man bass erstaunt über Produktivität, Vielfalt, Liebe zum Detail, persönliches Engagement und Innovationen. Schlussfolgerung: Das ist die günstigste Kultursparte überhaupt, eine mit breitester  Basis und Akzeptanz. Es liegt mir fern, die schon errungenen 5% schlecht zu machen, sie sind aber in Summe zu wenig und optisch erst recht, wenn es wie gesagt um ein geradezu unglaublich breites Interesse geht.

 

Die 5%-Kultur

 

 

„Aufsteirern“ war ein Fest für alle, zu Wahlzeiten meine ich auch all jene, die sich dieser Wahl stellen. Ich weiß also, dass es auch eine Gelegenheit war, sich in Vorwahlzeiten im Heimatbad zu baden. Ich glaube aber auch, dass es nun unterm Steirerhut einen breiten politischen Konsens gibt: Es ist keine Randgruppe, die sich hier von der besten Seite zeigt.

 

Niemand von den vielen Musikanten, Tänzern und Sängern kämpft gegen Anderes, es gibt keine Stimmung gegen alle andere Musik, alle andere Kleidung, Lebensweise und „Hochkultur“. Es gibt nur ein großes Maß an Freude am Eigenen. Weltgewandtheit braucht sich heute des Eigenen nicht zu entledigen.

 

Hat sich das schon im Kulturbetrieb herumgesprochen? Dann werden künftige Kulturdebatten anders verlaufen. Die lustvolle Beziehung zwischen unserer Traditionen und Neuem, Leben lassen, anstatt zu konservieren, all das könnte längst ein Thema sein, denn es ist geradezu ein Glück dass wir so viel Kultur haben. Das Volksliedwerk ist da ein denkbarer und dankbarer Partner.