Heute findet sich in den Hosentaschen der Buben eher ein Feuerzeug, ein Handy und ein Kaugummi-Vorratslager, während früher einmal das Taschenmesser obligat zum Bubendasein gehörte. Nein – das war keine Bewaffnung, sondern eine höchst brauchbare Grundausstattung. So ohne Messer kann man weder Pfeil noch Bogen herstellen und auch keinen Apfel teilen. Ebenso hatte der junge Mann keine Chance ein sichtbares Zeichen zu setzen, um einen denkwürdigen Tag oder gar einen empfangenen Augenaufschlag mit einer Kerbe im nächsten Buchenstamm zu markieren. Mit dem Taschenmesser wurden aber auch – Pfeiferl geschnitzt!

 

Maipfeiferl schnitzen

 

Jetzt, im Mai, sollte man wieder ein Taschenmesser eingesteckt haben, denn es ist die günstigste Zeit dafür: Die Haselstaude, der Holunder und die Weide stehen in Saft. Aber wie geht man die Sache an?

 

Wer schon einmal dem Brünner Pfeiferlmacher Jan Kašpařik auf die Finger gesehen hat, bekommt Lust, selbst ein solches Instrument zu schneiden. Der alte Herr springt behände in den nächsten Busch und kommt mit ein paar wilden Stauden wieder heraus. Mit dem Messer setzt er gezielte Schnitte und in nicht einmal einer Minute pfeift er Vogelstimmen und kleine Melodien. Seine Instrumente sind wahre Kunstwerke – es sind Pfeifen, Flöten und Klarinetten. Für die kleinen und großen Zuschauer gibt er eine fachgerechte Einführung in den Pfeiferlbau. Deshalb: Taschenmesser mitbringen! Ein Frühling-Musikangebot frisch vom Strauch. Wieder Maipfeiferl bauen – eine typische Volksliedwerk-Idee.