Es war um nichts schöner als es noch keine Lichterketten gab. Die Untugenden dieser Welt hatten ebenso Nistplätze und die Geborgenheit und Feierkultur war – als man noch vom Boden in den Mund lebte - noch mehr den Schicksalsschlägen ausgeliefert. In der stillsten Zeit hatte jedoch die Armut Pause, weil Weihnachten als segensreich galt und weil das überlieferte Thema der Herbergssuche als allerorts verständliches Gleichnis diente.

 

Nichts als Lichter...

 

 

Es geht uns also besser, weil wir wegen der Schicksalsschläge den Notar konsultiert oder uns sogar versichert haben. Heizungskomfort und wattierte Kleidung verwechseln wir mit Geborgenheit. Das Fehlen von eigenen Liedern, Sprüchen und Feiertagsritualen empfinden wir nicht mehr als Armut.

 

Umso mehr aber setzen wir Zeichen von Weihnachtsfreude und Festtagsstimmung, versinken im Lichtermeer: Sterne, Glocken, Kristalle, Kerzen und ganze Lichterteppiche verkünden die Botschaft vom nahen Fest.

 

Sollte Weihnachten nicht so ärmlich aber so reich wie früher wiederkommen, wären viele Menschen glücklich. Die Lichterketten dürfen dann gerne das ganze Land bedecken.