Da streiten sich die Leut` herum, wohl um die Landeshymne, deren 1. Strophe das Wendenland am Bett der Sav` mit einschließt. Historisch jedem verständlich, bislang in der vorliegenden Art geduldet und im Munde vieler Menschen, die einst das Dachsteinlied noch in der Schule lernten. Es sind nicht Gebietsansprüche, die für das Beibehalten sprechen, sondern Gefühlsansprüche. Symbole haben eine ungeahnte Kraft, ein paar Textstellen die heute kaum mehr verstanden werden, spielen da keine Rolle.

 

Hymnus mit Grenzbalken?

 

 

Just im Jahr des EU-Beitrittes unseres Nachbarn Slowenien möchte man streichen, was gerade zusammenrückt. Das Steirer- und auch das Štajerskaland werden sich also schon bald – ohne Grenzbalken – bis an die Sav` erstrecken, während wir uns ansinnen, unser Dachsteinlied im Thermenland enden zu lassen.

 

Also Finger weg, von Seydlers und Dirnböcks Lied. Die beiden haben ein Anrecht darauf, dass ihr Werk nicht zerstückelt wird. Wir haben aber die Chance, uns ein neues Steirerlied einfallen zu lassen. Eines das – eventuell in beiden Sprachen - voraus singend eine neue Nachbarschaft einläutet.

 

Grenzbalken weg, ein neues Lied her – das wäre ja gelacht, wenn die Zeit nicht reif wäre für einen neuen steirischen Lobgesang, einen, der im Europa der Regionen verbindet, anstatt zu trennen.