Wurzelbehandlung

 

 

Taram tam tam. Da spielen uns Gäste aus dem Ausland ihre Musik vor, ihre musikalische Visitenkarte. Und wir genießen diese Exotik, ob mit Fingern getrommelt oder 2-saitig gezupft: Wir wähnen uns auf dem angenehmen Pfad der Eingeborenen - wo sie immer auch geboren sind - und staunen.

 

Wir selbst aber geben uns wurzellos und pochen damit auf unseren Weltenbummler-Stolz. Wir sind auf der Welt zu Haus, hören Weltmusik machen einen Welturlaub und geben uns sogar Weltnamen. Kurz: Wir sind „Wölthaberer“

 

Und dann ist plötzlich Steirisches verlangt: „And wath`s abaut your Music?“ Ratlosigkeit breitet sich aus. Abgesehen davon, dass wir die Kurve ausschließlich im angeheiterten Zustand kratzen können, (Jo mia san mit `n Radl do/ Immer wieder, immer wieder, immer wieder Österreich/ Steirerman san very good...) sind wir vom „I bins a Steirerbua“ geschockt, lallen „Znachst hon is a Roas gmocht ins steirische Land“ und fühlen uns beim anschließenden Jodler „“Holla-re-hol-joi-ri-holla-re-hol-joi-ri“ schon wesentlich besser.

 

Schau schau: Der älplerische Jodler kann plötzlich mit der exotischen Knochenflöte mithalten! Ist es nicht schade, wenn uns die eigenen Wurzeln abhanden kommen? Höchste Zeit für eine Wurzelbehandlung!