Zitate zum Thema „Volkskultur und Politik“

Grundsätzlich sind alle hier veröffentlichten Inhalte urheberrechtlich geschützt und sämtliche Rechte vorbehalten.

 

 

Da lob ich mir die Gesundheit

Zurück zur Begrifflichkeit: Mit der Kultur – und jetzt ist die Volkskultur, Alltagskultur und Lebenskultur in ihr aufgegangen - haben wir es also schwer, denn jeder meint etwas anderes darunter. Da lob ich mir die Gesundheit. Davon gibt’s nur eine und wir sind nie damit beschäftigt, uns diese gegenseitig vorzustellen, sie auszustellen oder sie gar zu inszenieren und in Wettbewerben vorzutragen. Nein, wir sind richtigerweise ständig damit beschäftigt, sie schlicht und einfach zu erhalten oder sie wieder herzustellen. Hermann Härtel

 

Was ist hohes Niveau?

Im Kulturbetrieb späht man aber stets nach besonderen Leistungen, nach Innovation, nach hohem Niveau. In der Volksmusik hat aber bereits das Wiegenlied, von der Mutter für das Kind gesungen, hohes Niveau. Sagen Sie mir ehrlich, in welchem Kulturprogramm das so gesehen wird? Hermann Härtel

 

Die Salatkreation und die Volksmusik

Der Kulturbetrieb sieht die Salatkreation am Teller serviert, aber nicht den frischen Häupl, der seine Wurzeln noch im Erdreich hat. Er schaut auch an den äußeren runzeligen Blättern vorbei und an den Bewegungen der Raupe. Eine gewagte Verbindung zum Thema: Die Bewegung der Raupe und Volksmusik in Bewegung. Hermann Härtel

 

Die gefährliche Enge

Die Schublade „Volkskultur“ war mir immer schon zu eng. Hermann Härtel

 

Leider nur Bittsteller

Unser größter Wunsch aber wäre es, innerhalb des steirischen Kulturbetriebes mitwirken zu können, mitgedacht zu werden. Hier sind wir nach wie vor Bittsteller geblieben. Hermann Härtel

 

Was macht Kultur ohne Volks?

Wer macht dann die Kultur ohne Volks, wenn die Volkskultur eine vom Volk gemachte ist? Hermann Härtel

 

Ohne Volksmusik kein Musikland Österreich

Das ist im Musikland Österreich einigermaßen schwer zu erklären, dass es Menschen gibt, die alle ihre Gefühle in die kleinen Werke stecken, in der Darstellung ihrer Lieblingsgesänge ihre gesamte Empfindsamkeit auf den Punkt bringen. Drehen wir den Spieß um: Ohne diese großartige musikalische Erlebniswelt Volksmusik kein Musikland Österreich! Hermann Härtel

 

Gegen die Schubladisierung

Gehen wir davon aus, dass unsere überlieferten Traditionen nicht von einem Amt sondern von den Menschen selbst gestaltet und weiter getragen werden sollen, dann sind manche Volkskulturschienen nachrangig zu behandeln. Zum besseren Verständnis: Nachrangig bedeutet, dass sie nicht Hauptaugenmerk von Kulturförderung sein können. Dazu zählen die Abhaltung von Events, die Professionalisierung auf der Bühne, die ausschließliche Darstellung in den Medien, die touristische Nutzung, der Tonträgermarkt und ideologische Verhärtungen durch die Retter von Volkskultur. Alles in allem ist es eine der größten Herausforderungen seit der Wiederentdeckung der Traditionen: Den notwendigen Spielraum frei zu halten und deren Inhalte keiner Schublade mehr zuordnen zu lassen. Hermann Härtel

 

Es geht um Menschenpflege

Kulturförderung sollte also mehr dem Werden gewidmet sein. Sie dient ja nicht der Musik-, der Tanz-, der Trachtenpflege, sondern stets der Menschenpflege. Ich glaube also, eine Kultur-Vorsorgeuntersuchung steht längst an. Hermann Härtel

 

Wo bleibt die Weichenstellung?

Die Steiermark hätte die besten Chancen, dem schwammigen Begriff Volkskultur, eine weitsichtige kulturpolitische Weichenstellung hinzuzustellen, sich des Umgangs mit seiner Tradition zu besinnen. Sie ist aber wider besseren Wissens auf dem Weg, eine bislang einmalige Vorrangstellung aufzugeben. Das ist das Resümee meiner Erfahrung als einer, der gelebte Traditionen aus erster Hand kennt und in seiner Arbeit stets nur diesen verpflichtet war. Hermann Härtel

 

Warum hatten die Maßnahmen solchen Erfolg? 

Ausschlaggebend war zuallererst das Fehlen eines kulturpolitischen Konzepts, welches den großen Bereich der Lebenskultur und der organisierten Volkskultur betreffen hätte können. Solche Umstände sind manches Mal und auch in diesem Falle die Urheimat von Visionen, für die in keinem Förderantrag eine Spalte zu finden ist und die leider bei keiner Evaluierung mitgedacht wird.

 

Meine Erfahrung mit dem Fördermechanismus

Hinter dem Fördermechanismus stand keine kulturpolitische Absicht. Hermann Härtel

 

Was wäre alles noch möglich gewesen!

Die erfolgreiche Kooperation zwischen dem Landesbetrieb, dem Verein und der Verlags GesmbH war eine von meinem Arbeitgeber nicht gerne gesehene Erfolgsstory und der Verein Volksliedwerk blieb stets der verlässlichere Partner, der letztlich über zwei Jahrzehnte für Kontinuität sorgte. Es ist wirklich schade um sprühende Ideen und eingereichte Konzepte, die allesamt zu einem noch viel effizienteren Erfolg und zu Nachhaltigkeit hätten führen können. Es wäre also längst an der Zeit, ein so beispielhaftes Kooperationsmodell nicht mehr zu behindern, sondern als Chance wahrzunehmen und es zu unterstützen. Denn: Administrative Pragmatik setzt sich ja früher oder später in den Köpfen fest. Sie ist einer gedeihlichen Kulturarbeit eher abträglich, denn es bedarf stets der großen kulturpolitischen Betrachtung und ebenso der Experimente. Hermann Härtel

 

Als gutes Beispiel: Die Mundart

Auch im Bereich der Mundartdichtung ist es gänzlich ausgeschlossen, dass unsere Dorfdichter künftig von der Germanistik ausgebildet werden. Und wenn wir das Sprechen des Dialekts fördern wollten: Auch hier sind das regionale Umfeld, die elterlichen Sprachgewohnheiten, die vorerst im Hause und im Gegenüber erlebte Poesie, die Neigung zum Spiel mit der Sprache ausschlaggebend, dass wir die mundartliche Färbung eines Menschen als ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal erkennen und als Facette des Lebens schätzen. Und in der Volksmusik? Hermann Härtel

 

Wo lernt man Kultur definieren?

Auf der Suche nach einer gültigen Kultur-Definition konnten mir kein Duden und auch kein Parteiprogramm helfen. Lehrreich waren aber die Stunden bei singenden Menschen, bei „Gewährsleuten“ also. Die erzählten Familiengeschichten, die erlebten Tischsitten, Familienrituale, Feier und Trauer, Nachbarschaftshilfe, Gastlichkeit, musikalisch-poetische ebenso aber auch handwerkliche Künste, selbst so manche eindrucksvolle Lebensbewältigung: Das sind alles Zeugnisse von „Kultur haben“ und gelebter Überlieferung mitsamt dem nötigen Schuss Kreativität, Intuition und Imagination. Daraus schöpft der Mensch Neugierde und Wissensdurst auch nach anderen Kulturen und jedwedem künstlerischen Ausdruck in kleinen oder großen Kunsthäusern. Die Entwicklung der eigenen Fertigkeiten ist also Triebfeder für das Erfassen größerer Zusammenhänge. Daraus erwächst auch die Zielgruppe für große kulturelle Performance. Schade, wenn dies alles nicht kulturpolitisch mitgedacht wird. Hermann Härtel

 

Das Problem mit der Kulturförderung

Das Problem der Kulturförderung ist, dass sie immer nur den Teppich legen will, aber nie den Teppich knüpfen hilft. Hermann Härtel

 

Kultur ist schon da

Kultur ist schon da, ohne Programm der Kulturmacher. Das was sie anbieten sind Bonbons - also Genussmittel, (die brauchen wir auch!) wer sorgt aber für das Lebensmittel Kultur? Hermann Härtel

 

Wer sind die Gegenspieler?

Die Gegenspieler einer erfolgreichen Kulturarbeit heißen Pragmatik und Routine. Sie mögen fern bleiben und es möge mir gelingen, die Spannung aufrecht zu erhalten. Dazu bedarf es einer Portion Narrenfreiheit und die habe ich bislang gehabt. Hermann Härtel

 

Wurzelsehnsucht

Kultur ist es eben nicht, wenn wir Volkskultur als Ersatz, als Medikament gegen Wurzelsehnsucht anbieten. Hermann Härtel

 

Der Zottelmarsch

Ja, Volkskultur ist inzwischen der Begriff für die Enge, für einen benachteiligten Teil im Kulturleben, für den Zottelmarsch der ehrenamtlichen Subventionsbettelei. Hermann Härtel

 

Welche Bedrohung gibt es für Volkskultur?

Wer denkt denn daran, dass die Anzahl der Volksmusikgruppen für Volkskultur nicht so sehr von Bedeutung ist, wie das Schließen von Gendarmerieposten, von Bezirksgerichten, die Gefährdung der Arbeitsstätten, die Auflösung des kleinen Gefüges? Hermann Härtel

 

Die enge Kulturlade

Über die sinnige Erkenntnis - "Volkskultur ist der Ausdruck des Lebens in überlieferten Ordnungen" - ist die Decke der Unkenntlichkeit gestülpt worden. Und zwar von den Akteuren selbst, die ihr Aufgabengebiet so betitelt haben, die in die Enge getrieben wurden - in die enge Kulturlade - die mit dem Hirschhorngriff. Hermann Härtel

 

 

Wird fortgesetzt!