Geigenstückln zum Geigentag

 

 

Wir haben uns dazu entschlossen, in jedem „Vierzeiler“ einen Rückgriff auf unsere bereits „älteren“ Publikationen zu machen; diese vom Inhalt her vorzustellen und damit in Erinnerung zu rufen.

 

Im Jahre 1980 erschien die erste Auflage unseres Heftes „Geigenstückln“, herausgegeben zum Geigentag. Entstanden ist es in freundschaftlicher Zusammenarbeit zwischen mir und Rudi Pietsch. Wir wollten den vielen Geigern anlässlich des Geigentages auch etwas in die Hand geben, obwohl bei dieser Veranstaltung die schriftlose Übermittlung dem Spielen nach Noten vorgezogen wurde. Im Inhalt des Heftes spiegelt sich vorerst einmal die Freundschaft zu Lois Blamberger, der wohl zu den eifrigsten Vorgeigern am Geigentag zählte und zählt. Aber es spiegelt sich auch die ganze Faszination unseres damals wohl ersten Besuches im Steirischen Volksliedarchiv. Viele Stückln sind seither wieder zum Klingen gebracht worden. Auf einige Gustostückln möchte ich hinweisen. Zuvor aber eine kleine Übersicht, was das Heft alles beinhaltet:

 

2 Märsche, 4 Boarische, 3 Polka-Franzee, 7 Polka, 1 Masur, 3 Walzer, 5 Jodler sowie einige Lieder, Steirer, Landler und Schleunige. Vermittelt werden die beiden Hauptstimmen, Jodler sind teilweise dreistimmig gesetzt. Von Anfang an ging es uns bei dieser Publikationsreihe um die Vermittlung der Melodien, wobei das Büchl nur als Notiz und nicht als Spielpartitur gedacht war. Wenn uns die lockere „Aufmachung“ und die schmissige Notenschrift zwar Kritik eingebracht haben, diese erste Auswahl für Geigenmusikbesetzung wurde gerne angenommen und fand große Verbreitung.

 

Die folgenden Nummern haben es den Musikanten besonders angetan: „Der Böhm“, eine besonders reizvolle Böhmischpolka, ebenfalls „Attalerie“ und „Las mas los“ – ein Polkaschnell. Zu den köstlichsten Musiknummern zählt wohl die Masur „Die kleine Hex“. Darüber hinaus sind die Steirer, Landler, Lieder und Jodler durchaus für den Einstieg in die „Tanzgeigerei“ geeignet und somit ist dieses Heft auch allen kleinen Geigern ins Herz zu schreiben. Dass ich selbst mit einigen eigenen Musikantenstückln in Erscheinung trete, lässt dieses Notenbüchl als Verbindungsglied zwischen alter Überlieferung und neuem Entstehen erscheinen. Inzwischen hat meine Hochachtung vor dem vorhandenen Archivmaterial und vor noch klingendem Musikantenrepertoire derart zugenommen, dass ich musikalisch Erlebtes dem Selbstgestrickten gerne vorziehe.

 
„Geigenstückln“ herausgegeben zum steirischen Geigentag 1980, zusammengestellt von Hermann Härtel und Rudolf Pietsch.