Die Musikgruppe Aniada a Noar

Zuerst der Blick in die Ferne

 


Aniada a Noar mag im ersten Anschein eben nicht zur oben beschriebener Spezies zählen, sie haben sich auch nicht der Pflege der steirischen Volksmusik verschrieben und sind auch zu sehr Musiker, um nur einem Original nachzueifern.


Vielmehr handelte es sich am Anfang ihrer Karriere um eine Gruppe junger Musiker, die sich ganz intensiv mit der Volksmusik unserer Nachbarn auseinander setzten, in vielen Reisen und durch Begegnungen das ganze Spektrum europäischer Musikkultur erlebten. Dieser Blick in die Ferne war auch ausschlaggebend für ihren späteren Blick in die Nähe und ich kann mich an die ersten Besuche des Andreas Safer bei mir im Volksliedarchiv erinnern. Es war für ihn eine Entdeckungsreise in die Musikkultur der eigenen Heimat, später setzte Aniada a Noar verstärkt auf persönliche Begegnungen mit den musikalischen Vorbildern in der Steiermark.

Wurzeln des Erfolges

Aniada a Noar entwickelte – nicht zuletzt durch die personelle Kontuinität – es sind immer noch die gleichen Akteure am Werk – einen eigenen Stil, dem sie treu geblieben sind. Beachtlich ist ihr Langzeitwirken, das seinen Ursprung in der gemeinsamen Begeisterung für die Musik und auch für den Umgang mit dem Publikum hat. Ihr Gruppenname weist auch deutlich darauf hin, dass sie sich in eine Sache vernarrt haben, dass ihre Profession ganz tief in jeder einzelnen Musikerpersönlichkeit wurzelt. Sich selbst als Narren zu bezeichnen ist in Anbetracht einer Vielzahl von Zeitgenossen, die sich in dieser Rolle justament nicht sehen wollen, ein kluger Schachzug.

Stets auf Augenhöhe mit dem Publikum

Was Aniada a Noar aber besonders auszeichnet, ist ihre über die Bühnenshow hinaus reichende Präsenz am Tanzboden. Hier sind sie der heimischen Volksmusiktradition wohl am nächsten, denn die dienende Rolle als Tanzmusikant und Unterhalter ist bei vielen Musikgruppen der Entwicklung zum Bühnenprofi und Kabarett geopfert worden. Wer zudem die eigenen Texte der Gruppe kennt, weiß wie sehr diese leidenschaftlichen Musikanten in feinfühligen Worten einer Sinnlichkeit huldigen, die ihre große Welt der Musik als eine mit steirischen Wurzeln begreifbar macht.

Der EU stets um einige Takte voraus

Wer Aniada a Noar als musikalischer Botschafter der Steiermark bezeichnet, huldigt damit aber auch ein kulturelles Klima, welches der Steiermark zu Eigen ist: Hier geben sich eben viele Traditionen und ebenso viele Innovationen die Hand. Aniada a Noar ist das beste Beispiel dafür. Diese Musikanten sind vielseitig und unkonventionell, sie lieben ihre Erfahrung mit irischen, französischen, finnische (…) Klängen und interpretieren ebenso die steirischen. Man könnte behaupten, dass Aniada a Noar dem Entstehen der EU stets musikalisch voraus war.