Kultur zum Anziehen

  

 

Den Unterschied zwischen Alltag und Festtag erkannte man einst nicht nur an den Speisen auf dem Teller, sondern auch an der Kleidung. Das bessere G’wånd legte man für die besonderen Tage zurecht, wie etwa das Festtagsdirndl und den Steireranzug. Besonderheiten der Kleidung waren einst nicht sosehr Geschmacksfrage, sondern von der Stofferzeugung abhängig. Seide-, Baumwolle- oder Leinengewebe, Farben, Knöpfe und Stoffdrucke: Es hing alles von den eigenen Ressourcen, von fahrenden Händlern und vom goldenen Handwerk ab. Ein schlüssiges Beispiel ist die Lederhose, denn die Verwendung von Tierhäuten ist ein Stück Entwicklungsgeschichte der menschlichen Bekleidung.

 

Einfach hineinschlüpfen …

Der Blick zurück und das Wissen um die Geschichte unserer Tracht  ist durchaus lehrreich. Längst ist die Liebe zur Tracht aber keine historisierende Angelegenheit mehr. Dass sie kleidsam ist und mitunter die besonderen Facetten des Menschen unterstreicht, macht sie für jeden Menschen stets aktuell. Die eigene Kreation und die farblichen Vorlieben lassen immer neue Kombinationen zu. Die historischen Originalvorlagen sind Orientierung, der Mensch stellt sich aber selber als Original in den Mittelpunkt. So gesehen ist die Liebe zur Tracht getrieben vom Gestaltungswillen der Menschen. Die Zeichen der Beheimatung sind an den vielen Vereinen zu erkennen, an den in Tracht spielenden Musikgruppen und Chören ebenso wie an dem bunten Bild, das unsere Feste und Feiern begleitet. Förderer dieser Überlieferung sind die Heimat- und Trachtenvereine www.trachtenverband-stmk.at; eine umfassende Sammlung und fachkundige Informationen über die Entwicklung der Tracht bietet das Steirische Volkskundemuseum www.volkskundemuseum-graz.at und eine bunte Auswahl an Trachtenkleidung ist im Steirischen Heimatwerk www.heimatwerk.at und bei den steirischen Trachtenschneidereien und Stoffdruckern zu finden.