Volkskunst Mundwerk

Jahr der Volkskultur = Voikskuiturjoahr

 

 

Mundart ist hörbare Landschaft. Mag sein, dass es da zu früheren Zeiten an Wertschätzung fehlte, war doch die Schriftsprache, das Hochdeutsch die Sprache der Gebildeten. Solche Festlegungen sind obsolet, seit wir wissen, dass es nur eine maßgebliche Bildung gibt, die Herzensbildung. Sogst net a?

 

Schade darum, wenn unsere Erstsprache verdeckt und verkannt wird. Sie ist hörbares Zeichen von funktionalem Zusammenleben, vom Handeln im Generationenverband und - liebenswert. Eine lebendige Sprachkultur, auch ohne Bildungseinrichtung, weil die Hochschule der Mundart die Familie ist. Das zählt, denn im Europa der Regionen punkten heute die kulinarischen und musikalischen Spezialitäten, eben die Besonderheiten in Lebensweise und Ausdruck. Die Mundart hat hier einen  hohen Sympathiewert. Dabei zählt das Urige weniger als das Glaubhaftige. Moanst eh a?

 

Das Sprechen im Dialekt ist bei uns Alltag. Zumal wird die Sprache aber auch weitergesponnen und durch die künstlerische Ader – in Form von Lyrik und Prosa - veredelt. Da sind die Steirerinnen und Steirer ein durchaus begabtes Volk – so frisch von der Leber, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist.  Mundartdichtung ist ein Stück vom Seelenleben des Menschen. Vieles davon - mit Mutterwitz und all den feinfühligen Wortgebilden – ist nur dem Dialekt vorbehalten. Dafür gibt es keinen Wortschatz in unserer Schriftsprache. Sakra!

 

Das Jahr der Volkskultur soll daher auch ein Jahr der Sprachkultur sein. Es ist längst an der Zeit, dem Steirischen – in allen seinen schönen Färbungen – mehr Wertschätzung entgegen zu bringen. Auskunft über die großen Mundartsammlungen, Mundartlexika und die Möglichkeit, sich mit eigenen Werken zu beteiligen gibt der Bund Steirischer Heimatdichter.