Biographie

Geboren wurde Hermann Härtel 1949 in Irdning/Steiermark, wo er den Beruf des Kaufmanns und Nähmaschinenmechanikers erlernte. Er war schon in jungen Jahren in der Jugend- und Jugendmusikarbeit tätig und machte später sein Hobby zum Beruf. So war er einige Jahre als Landesjugendsekretär der Alpenvereinsjugend tätig und wechselte dann ins Landesjugendreferat beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung.

Er engagierte sich sodann für den Ausbau des Steirischen Volksliedarchives (Eröffnung 1986) als Servicestelle und beschäftigte sich fortan mit Volksliedforschung und Fragen der Veranstaltungskultur. Es folgten Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungstätigkeit und Publikationstätigkeit, wobei gerade im publizistischen Bereich neue Wege der Darstellung von Volksmusik beschritten werden konnten. Die geglückte Kooperation zwischen der Landesdienststelle, dem Verein Volksliedwerk und der Volksliedwerk-VerlagsgesmbH ermöglichte eine 30-jährige Periode beispielgebender Kulturarbeit, die ihre Spuren in ganz Österreich und dem benachbarten Ausland hinterlassen hat.


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Über zwei Jahrzehnten war Hermann Härtel Lehrbeauftragter (Volksmusikensemble und Vokalpraxis) an den Musikuniversitäten Wien, Graz und am Mozarteum Salzburg. Er ist Mitglied des Schweizerorchesters Frohnleiten und steht mit der Gruppe „Citoller Tanzgeiger“ in der Tradition des steirischen Musikantenhandwerks. Für diese Vielseitigkeit und vor allem für seine umfangreiche publizistische Tätigkeit (Alltagskultur, Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation) wurde ihm im Jahre 2000 vom Bundespräsidenten der Berufstitel Professor verliehen. Zusammen mit seinem Freund Rudolf Pietsch erhielt er in Würdigung der Initiativen zur Förderung des volkstümlichen Geigenspiels im Jahre 2012 den „Tobi Reiser Preis“; zusammen mit seiner Frau Ingeborg für deren gemeinsames Lebenswerk die „Fritz-Frank-Nadel“.

Dr. Heimo Schönhofer