Die Nebelreiter der Hofreitschule

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer am
almerischen Jodelkurs auf der Gleinalm!

Gerade noch lag meine rechte Gesichtshälfte auf einer Eurer Vorderachseln, eine gute Methode, um den Abschiedsschmerz gemeinsam zu bewältigen. Dann ward das Spannungsfeld unterbrochen und Ihr seid entschwunden. Und nun bediene ich mich des Briefes, um das Erlebte in die Länge zu ziehen. Erinnerung ist ja das Paradies, welches wir nach Lust und Laune Stück für Stück abrufen können.

Ein älplerisches Halleluja

Es war schön, mit Euch den alten Weg zu gehen, dem Almboden zu und auf den Gipfeln zu ruhen. So unterm Himmel hingeworfen und im Gleichklang doch wieder angeordnet zum älplerischen Halleluja. Ja, das wäre das Stichwort für die köstliche Szene des abendlichen Kirchgangs, begleitet von einer spontanen und instrumentalen Dreistimmigkeit – keine Blaskapelle hätte den Weg um die Kirche so spielend nehmen können. Die brasilianische Botschafterin hat das lobend erwähnt, allein ich hatte nicht die Routine, es Euch wortwörtlich zu übersetzen.

War der Abt wirklich nicht zu Hause?

Lasst aber auch die Gerüche vorbei ziehen, die die Wirtsleute hervorgezaubert haben, um unseren Hunger zu stillen. Ein wahres Schutzhaus hat sich aufgetan, welches uns Ruhestätte, zugleich aber auch Spielstätte war, auch wenn der Abt gerade einmal nicht zuhause war. Köstlich auch Eure Beiträge zum Gelingen: Hier etwas melodiös Brasilianisches neben dem stimmungsvollen Märchen und den staunenswerten Kunststücken unseres wuscheligen Weggefährten. Es wäre hundsgemein gewesen, ihn nicht mitzunehmen.

Ein Jodlerkurs ohne Drehbuch

Ja, und eine Einladung in die Halterhütte war zugleich ein Näherrücken an die Almwirtschaft, der pure Genuss von Freundschaft und Gastlichkeit. Zuletzt aber wurden wir belehrt, was ein sogenanntes schlechtes Wetter alles bieten kann: Die Nebelreiter der Hofreitschule tauchten auf, als stünden sie im Drehbuch eines Jodlerkurses. Und dazu die Gelegenheit, den örtlichen Hengstauftrieb zu erleben, begleitet vom Tischtosch der Tuschgoaßlschnalzer. Was Wunder, dass uns die Hüttenjause geschmeckt hat und der obligate Schnaps dazu. Der Fensterltanz auf kleinster Tanzfläche war nur noch eine Draufgabe, um vor dem Abstieg die Trittsicherheit zu überprüfen.

Habt tausend Dank

Macht uns also die Freude, Eure künftigen Jodlergesänge mit diesen Bildern zu verbinden. Alle Unterlagen sind beigefügt und auch die Schlussbemerkung: Es war schöne, Euch kennen gelernt zu haben. Danke für Euer ernsthaftes Mitmachen, Tönesuchen, Ansingen und ebenso für Eure Freundschaft und Zuneigung.


Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Jodelkurse und Musikwochen werden im Nachhinein nicht nur Liedertexte und Noten zugesandt, sondern auch ein brieflicher Gruß als Resümee „nach getaner Tat“; Hier ein Brief nach einem Jodelkurs auf der Gleinalm, 2012; Grundsätzlich sind alle hier veröffentlichten Inhalte urheberrechtlich geschützt und sämtliche Rechte vorbehalten.