Zwei Jahre Grazer Sänger- und Musikantenstammtisch

Zum Musikantenstammtisch in Graz wurde in Anlehnung an eine gleiche Veranstaltung in Wien im Oktober 1980 zum ersten Mal eingeladen. Zweck des Stammtisches ist es, jungen Musikanten die Möglichkeit zu geben, öffentlich zu spielen. Im geselligen Rahmen erleben sie die Verbindung von musikalischem Können und Unterhaltung.

Musik und Lied wird nicht so sehr „gepflegt“, sondern in Gebrauchsgut umgewandelt. Im Gasthaus-Milieu, wo Volksmusik seit eh und je ihren Platz im geselligen Leben hatte, wird der Kontakt zu anderen Musikern und zum Publikum zu einem lehrreichen und fröhlichen Erlebnis.

Musik als Gleitmittel für die Unterhaltung

Ein weiteres Ziel ist die Kontaktnahme zwischen Musikanten, Pflegern, Volksmusikforschern und Wissenschaftlern sowie Mitarbeitern des ORF in allen Fragen der Volksmusik. Das Abgehen von der üblichen Aufführungspraxis, wie sie bei Volksmusikkonzerten Anwendung findet, ermöglicht auch den Kontakt zur von Volksmusikpflege unbelasteten Bevölkerung, zu einer mehr oder minder zufälligen Zuhörerschaft. Viele unserer musizierenden Freunde fühlen sich in diesem Kreis erstmals als „Musikanten“, weil viele Dinge mitspielen: Ein aufmerksames und dankbares Publikum, erlesenes Essen und Trinken, eine unbeschwerte Einstellung zur Musik von der Seite des Wirtes, Zusammenspiel mit anderen Musikanten, Gespräche und Unterhaltung.

Zuweilen finden sich auch Musikanten zu einem gemeinsamen Spiel, das ausschlaggebend ist für die Gründung einer neuen Volksmusikgruppe.


Der Vierzeiler, 1983; Grundsätzlich sind alle hier veröffentlichten Inhalte urheberrechtlich geschützt und sämtliche Rechte vorbehalten.